50survivors

Zeitraum: 2020

Förderung: Riff Freie Medien gGmbH

Leistung: Formatentwicklung, Dialogrecherche

50survivors ist Deutschlands erste Dialogrecherche. Wie es wirklich ist, Corona überlebt zu haben.

Alles beginnt in dem einen Moment, in dem das Virus den Weg zum Menschen findet. Zeit genug hat, den Körper zu befallen. Für manche zieht der Augenblick ganz unauffällig vorbei, sie nehmen ihn nicht bewusst wahr. Andere sind sich sehr sicher, diesen Moment zu kennen.

Im Projekt #50survivors begleiten wir über einige Wochen 50 Menschen, die Covid-19 überstanden haben. Mit Hilfe unserer Dialogsoftware haben wir sie zum Auftakt gefragt, ob sie sich an den Augenblick der Ansteckung erinnern können. Ob sie ahnen, wann sie auf das Virus trafen. Schon nach Sekunden kommen die ersten Antworten zurück. 

Über Monate haben wir mit unserer Community per Telegram-Messenger und E-Mail kommuniziert. Einer berichtet, seine Freundin habe sich aus Angst vor der Krankheit von ihm getrennt. Einer hat seinen 5-jährigen Sohn monatelang nicht sehen dürfen. Einer Musikerin  brach durch die Corona-Pandemie nicht nur ihr Einkommen weg, sie infizierte auch noch ihre ganze Familie.

Es sind Eindrücke wie diese, die zeigen, wie stark die Krankheit in das Leben der Betroffenen eingreift – ganz unabhängig von ihren Symptomen. Und diese Eindrücke zeigen auch, wie wertvoll der Dialog mit Vielen ist. 

Das große Interesse an #50survivors und die Zugriffszahlen auf unsere Beiträge haben uns selbst überrascht. Bis zu 10.000 Menschen haben die Berichte gelesen, die bisher frei zugänglich auf Riffreporter erschienen sind. 

Das 100-Augen-Prinzip

Journalismus hat treue Fans. Die laden wir mit dem 100-Augen-Prinzip ein, den Journalismus besser zu machen. 50 Menschen treten hier in einen Dialog mit der Redaktion. Wir entwickeln die Werkzeuge dafür: Mit unserer Software 100Eyes werden aus treuen Abonnent*innen und distanzierten Nichtleser*innen engagierte Mitstreiter*innen.